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Ehrfurcht vor dem Leben, auch vor der kleinsten Kreatur
Albert Schweitzer (1875-1965)

Dieses Zitat des Arztes, Philosophen, evangelischen Theologen, Musikers und Pazifisten, der in Zentralafrika ein Krankenhaus gründete, war das humanistische Leitmotiv im Leben von Helena Scigala.

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Helena-Scigala
Portrait Helena Scigala, Öl auf Holz
von Prof. Arno Mohr um 1948 (Privatarchiv)

Dieser Abschnitt in der Biografie von Helena Scigala stellt zugleich einen Baustein für die noch ungeschriebene Gruppenbiografie des Pankower Zirkels des Verbands Bildender Künstler Deutschlands (VBKD 1950 bis 1970) bzw. des Verbands Bildender Künstler der DDR (VBK 1970 bis 1990) dar.

Helena Scigala besaß die Gabe, sich gut im Kreis der Berufskolleginnen und -kollegen zu vernetzen. Unter den gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen der DDR war es im Übrigen sowieso von Vorteil, sich ein möglichst engmaschiges Netzwerk aufzubauen und zu pflegen. Als Mitglied des VBKD, der sie nach ihrem Antrag 1954 aufgenommen hatte, und konkret im Fachbereich Malerei und Grafik, konnte Helena Scigala seitdem eine rege Ausstellungstätigkeit entfalten und dabei gleichzeitig persönliche Beziehungen aufbauen und vertiefen.

Ihr Mentor, Prof. Arno Mohr (siehe unten), unterstützte sie auch dabei, indem er beispielsweise am 21. März 1959 anlässlich der Eröffnung ihrer ersten medienwirksamen Einzelausstellung in der renommierten Deutschen Bücherstube in Berlin-Mitte die Einführung übernahm.

Mein besonderer Dank gilt der Deutschen Fotothek (deutschefotothek.de), ohne deren umfängliche Unterstützung diese Rubrik hätte nicht so entstehen können. Diese Hilfe ist ein überaus wichtiger Beitrag, den großartigen Künstlerinnen und Künstlern wieder ein „Gesicht“ zu geben um dem Vergessen entgegenzutreten. Danke.

Nachstehend wird eine Auswahl ihrer Weggefährtinnen und -gefährten (alphabetisch geordnet) benannt. Wenn Sie Ergänzungsvorschläge haben, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme unter:

Förderer / Förderinnen

Besonderer Dank gilt - soweit bekannt - nachstehenden Förderern und Sammlern von Helena Scigalas Leben und Werk. Weiterhin gilt allen Menschen, die ihr im täglichen Leben, in guten und in schlechten Zeiten, verbunden waren, posthume Dankbarkeit.

Wenn Sie Ergänzungsvorschläge haben, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme unter:

Fey, Stefan (1914-2012), Fotograf und Bildreporter, Berlin, dokumentierte über Jahrzehnte hinweg die Arbeit von Helena Scigala in ihrem Atelier sowie viele ihrer Werke.

Lassan, Fritz Nachfolger Kunst - und Bauglaserei GmbH, Berlin-Pankow unter der Leitung von Fritz Lassan rahmte und verglaste die Firma zahlreiche Arbeiten von Helena Scigala unentgeltlich. https://glaserei-lassan.de/

Ruebsam, Renate (†) und ihre jüngere Schwester Almut verheiratete Staude; Brandenburger Land; waren bzw. sind seit 1961 Helena Scigala menschlich und künstlerisch verbunden.

Bellag, Lothar (1930-2001), Schauspieler und Regisseur
https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_Bellag

Dr. Bolz, Lothar (1903-1986), national-demokratischer Politiker und Minister https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_Bolz

Berlin den 5.9.58.

Meine liebe Frau Wenz! [...] Mitte Mai besuchte mich der Außenminister Dr. Lothar Bolz mit Gattin in meiner Wohnung. Dr. Bolz der ein großer Kunstsammler ist, schaute sich meine Arbeiten an 14 Drucke, darunter 7 Farbholzschnitte kaufte er an. Ich war wieder ein froher Mensch; denn Monate lang sah mein Konto sehr ärmlich aus. So konnte ich doch wieder Holzplatten, Druckfarbe und Papier kaufen. [...]
(Rechtschreibung und Zeichensetzung folgen der Quelle.)

Wenz, Hilde und Wolfgang, Lörrach in Baden-Württemberg; sind seit den 1950er Jahren Helena Scigala menschlich und künstlerisch bis heute verbunden.

Wünscher, Marianne (1930-1990), Schauspielerin
https://de.wikipedia.org/wiki/Marianne_W%C3%BCnscher

Dipl.-phil. Bruns, Jörg-Heiko (1940), Kunstwissenschaftler / Publizist
Zunächst Grundschullehrer und dann, nach Studium in Berlin-Weißensee u.a. bei Lothar Lang, Musik-Lehrer im Grenzdorf Hötensleben – 500 m Schutzstreifen (1959–70), wo er 1964 nach dem Berliner Vorbild ein Kunstkabinett gründete, die einzige Kunstgalerie in einem Dorf der DDR. Die erste Ausstellung überhaupt richtete er für Helena Scigala ein. Später folgten u.a. ihre Kollegen aus Pankow wie Herbert Sandberg, René Graetz, Fritz Cremer und viele andere. Hier begann er auch über Kunst und Künstler zu schreiben. Über verschiedene Stationen, u.a. als Reporter-Redakteur beim Rundfunk, machte er später seine Freizeitbeschäftigung nach erneutem Studium der Kunstwissenschaft an der Karl-Marx-Universität Leipzig zum Beruf. In dieser Zeit hatte er auch die Leitung der Magdeburger Klubgalerie im Kulturbund der DDR, wo viele Künstler ausstellen konnten, die vom offiziellen Kunstbetrieb ausgeschlossen waren. Er war Herausgeber der Magdeburger Graphik-Mappen u.a. Editionen. 1980 übernimmt er Schloss Molsdorf bei Erfurt als Leiter und ist schließlich von 1983–1995 in der städtischen Galerie am Fischmarkt in Erfurt (jetzt Kunsthalle Erfurt), zuletzt als Künstlerischer Leiter, tätig. Dann freischaffender Kurator, Kunstkritiker und Publizist, u.a. Bruno Beye, Monographie, Verlag der Kunst Dresden, 1990 und Willi Baumeister, Monographie, Verlag der Kunst Dresden, 1991. Herausgeber und Autor zahlreicher Kataloge und einiger Bücher zur Gegenwartskunst. Neben anderen Medien arbeitet er hauptsächlich für die Tageszeitungen „Das Volk“ (seit 1990 Thüringer Allgemeine) in Erfurt und die „Volksstimme“ in Magdeburg. Lebte von 1980 bis 2025 in Erfurt-Molsdorf, jetzt im Betreuten Wohnen im Stadtzentrum in Erfurt.

Schöndorf, Hans Jakob und Schwester Juliane, Homburg im Saarland; Die Bilder von Helena Scigala begleiten uns schon seit den 60er Jahren, als meine Eltern im damaligen West-Berlin wohnten. Nach dem Tod unserer Mutter im September 2023 haben meine Schwester und ich noch zwei Mappen u.a. mit Farbholzschnitten gefunden, die wir noch nicht kannten. Diese Bilder werden von uns in Ehren gehalten.

Hoffmann, Dörte und Wolfgang, sind seit den 1960er Jahren Helena Scigala menschlich und künstlerisch bis heute verbunden.